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Corona-Krise

In der Krise

© Lena Uphoff

"In der aktuellen Lage zeigt sich, was wirklich trägt" - Ein geistlicher Impuls von Dekan Dr. Martin Mencke:

Das war ja mal so ein Spruch: „Ich hab die Krise.“ Meist von Jugendlichen cool dahergesagt. Heute haben wir sie alle, leben im Krisenmodus und finden das gar nicht so toll.

Denn was passiert mit den Spargeln im Boden? Der Aushilfe im Café? Der Miete für das Geschäft? Wie wird es werden in der Schule, wenn die Kinder nach sechs Wochen sehr unterschiedlichen Zu-Hause-Unterrichts wieder in die Schulen gehen werden? Und was erst, wenn sie dann immer noch nicht in die Schule gehen dürfen?
Von den Feiern, den Festen, den Urlauben, dem Sport gar nicht zu reden.

In der Krise wird deutlich, was trägt. Im alten Griechenland bedeutete es auch: vor Gericht stehen. Da erweist sich, was hält, an diesem Wendepunkt. Und das neue Testament redet unbefangen vom Tag des Gerichts, der kommen wird, einem Tag der Krise.

Was zeigt sich in dieser Krise? Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend. So wie manchmal die Sorge um das Klopapier auch. Beides ist da. Und doch breitet sich keine Panik aus.

Das Vertrauen in Strukturen und Personen hält und trägt. In die Versorgung bei Ärzten und in Krankenhäusern. Die Regeln zur Vermeidung von Ansteckungen. Die Hilfen für Unternehmen. Die Unterstützung für Kurzarbeit. Die Notfallbetreuung der Kinder.

Unglaublich, mit wie viel Einsatz, Überstunden, Neuen Medien und Möglichkeiten in der Krise gearbeitet wird. Zu welcher Größe Menschen fähig sind. Das zeigt sich, in dieser Krise.

Und es zeigt sich auch, dass Menschen sich dessen vergewissern, was sie selbst trägt. Über die Organisation in der Krise und die Sorge um Mitmenschen hinaus.

Die Suche nach Orientierung und Vergewisserung ist groß. Pfarrer sind laufend im Gespräch. Mehr und mehr probieren aus, wie sie mit Neuen Medien, Streaminggottesdiensten und digitalen Angeboten bei und mit den Menschen sein können. Diese Angebote werden abgefragt. Hunderte schalten sich auf Gottesdienste auf. Die Leitungen laufen heiß. In der Krise zeigt sich, was wirklich trägt.

Für Christen ist die eigentliche Krise schon lange her. Sie ereignete sich am Kreuz. Es war gar nicht klar, wie es weitergehen würde mit diesem Jesus von Nazareth, so, wie sein Lebensweg verlaufen war. Angeeckt an jeder Ecke mit seiner Botschaft von der Liebe Gottes. Und dann als Schwerverbrecher hingerichtet.

Gott selbst war damit in der Krise. Und hat sie dann für sich entschieden:

Dass Leben sein sollte – und nicht der Tod.
Dass Liebe sein sollte – und nicht der Hass.
Dass Hoffnung sein sollte – und nicht Verzweiflung.

Deshalb erwarten Christen am Tag des Gerichts den Gott, der Liebe ist. Und in der Krise einen Gott, der mitgeht, der tröstet, ja, der selbst die Hoffnung ist.

In der Krise zeigt sich, was wirklich trägt.

Ihr

Pfarrer Dr. Martin Mencke

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