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Vorurteile und Alltagsrassismus

Straßenaktion: „Man muss sich schon bemühen“

(c) Dekanat Wiesbaden / Volker GottwaldStreet Performance Bündnis für Demokratie - Aktion auf der Fußgängerzone mit Stühlen und BeachflagStreet Performance Bündnis für Demokratie

„Das Boot ist voll“ oder „das ist doch nicht normal, sowas machen wir hier nicht“ schallt es am Samstagmittag wiederholt durch die Fußgängerzone. „Aber ich spreche doch europäisch“ fleht etwas später ein junger Mann eindringlich.

(c) Dekanat Wiesbaden / Volker GottwaldStreet Performance Bündnis für DemokratieStreet Performance Bündnis für Demokratie

„Man muss sich schon bemühen“ erwidert ihm ein anderer „aber das tue ich“ ruft der junge Mann und beschwört, er habe seinen Asylantragantrag doch schon vor zwei Jahren gestellt „tja, die Mühlen der Justiz mahlen langsam“ schallt es ihm von sechs Personen hämisch entgegen, die das Mahlen der Mühlen mit ihren kreisenden Stühlen in der Hand noch unterstreichen und eine junge Frau legt nach und verweist auf die samstägliche Kehrwoche, die einzuhalten sei.

Initiiert und beauftragt durch das Wiesbadener Bündnis für Demokratie hat das Pegasus Theaterensemble einen öffentlichen Street Act gegeben, der anregen sollte, über das Thema Vorurteile nachzudenken. Die Schauspieler*innen stellen in Choreografien Vorurteile und Ausgrenzung dar und verwendeten dafür auch typische Aussagen und Ressentiments.

Die Aktion war ursprünglich für die Internationalen Wochen gegen Rassismus im März vorgesehen, konnte coronabedingt aber nicht stattfinden.
Das Thema hat nicht an Aktualität verloren: „Antisemitische und rassistische Verschwörungstheorien in der Covid-19 Pandemie zeigen überdeutlich, wie Vorurteile und menschenfeindliche Ausgrenzungen in unserer Gesellschaft zu Tage treten“ sagt Nicole Nestler, vom Evangelischen Dekanat Wiesbaden und eine der Sprecherinnen vom Bündnis für Demokratie: „Es war uns deshalb ein Herzensanliegen, dass diese Aktion nicht ausfällt.“ Kunst ermögliche Chancen der Kommunikation, Reflexion und Verständigung – gerade in Zeiten emotionaler und enthemmter Diskurse, so Nestler.

Bei jeder der insgesamt sechs Sequenzen bildete sich ein Kreis Zuschauer*innen, die durchweg positiv und interessiert reagierten. Ein Passant sprang der diskriminierten Person sogar schauspielerisch zur Seite und zeigte wie Zivilcourage aussehen sollte. Aus Sicht des Wiesbadener Bündnis für Demokratie, das mit dieser Aktion bewusst eine andere Protestform testen wollte, war die Aktion damit rundum gelungen.

Wiesbadener Bündnis für Demokratie

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