Manchmal braucht es nur eine Decke, um sich geborgen zu fühlen, manchmal beginnt etwas Großes mit einer einzigen Masche: Die Evangelische Kirche in Wiesbaden sucht Menschen, die Lust haben, zu stricken oder zu häkeln - und zwar Quadrate in den Maßen 20 mal 20 Zentimeter.
Abgabe der gestrickten Quadrate - egal welche Wolle, welche Farbe oder welches Muster – bis 6. Dezember 2026 in der Evangelischen Familienbildung, Haus an der Marktkirche (4. Stock, Schlossplatz 4, 65183 Wiesbaden), werktags zwischen 9 und 18 Uhr oder per Post an Pfarrerin Bettina Friehmelt, Schöne Aussicht 12, 65396 Walluf.
Aus allen Quadraten entstehen bunte Wolldecken, die Ende Februar 2027 bei der Veranstaltungsreihe "Bleibt. Zeit für Leben, Tod und Trauer" in der Wiesbadener Marktkirche (24. bis 28. Februar 2027) zum Einsatz kommen und Menschen dazu einladen, sich einzuwickeln – in Wärme, Geborgenheit und Wohlwollen.
Danach werden die Decken versteigert – das Geld geht an das Grabpflegeprojekt für verstorbene wohnungslose Menschen der Diakonie.
Weitere Informationen: Stadtkirchenpfarrerin Bettina Friehmelt, bettina.friehmelt(at)ekhn.de oder WhatsApp: 0177-8545176.
Zum Grabpflegeprojekt:
Die Wohnungsnotfallhilfe der Regionalen Diakonie Wiesbaden Rheingau-Taunus berät und unterstützt wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen. Leider führen in vielen Fällen Faktoren wie langjähriger Alkoholkonsum, psychische Auffälligkeiten und schlechte Ernährung zum frühen Tod der Betroffenen. Auch dann ist die Isolation unserer Klient:innen sehr deutlich: Nur wenige oder keine Menschen nehmen außer einem Pfarrer an der Beerdigung teil. Das Amt für Soziale Arbeit der Stadt Wiesbaden finanziert die Beerdigung und das Aufstellen eines schlichten Holzkreuzes, danach kümmert sich jedoch niemand mehr um das Grab.
Hier setzt unser Grabpflegeprojekt an, das wohnungslose Menschen selbst entwickelt haben. Unter unserer Anleitung pflanzen unsere Klient:innen Blumen auf Gräber von Wohnungslosen und leisten damit nicht nur einen Beitrag zur Erinnerung an die Verstorbenen, sondern erlernen im Rahmen einer sinnvollen Arbeitsmaßnahme auch Verlässlichkeit und Sorgfalt. Das Projekt wird aus Spenden finanziert.
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