Die Heilig-Geist-Kirche in der Biebricher Drususstraße 26 und das danebenliegende Pfarr- und Gemeindehaus werden dafür umgebaut und – wo nötig – energetisch saniert. Im Mai sollen die denkmalschutzgerechten Arbeiten beginnen.
Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 600.000 Euro und werden aus Dekanatsrücklagen, Mitteln der Evangelischen Gesamtgemeinde und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau finanziert.
Dekanin Arami Neuman ist froh, dass es gelungen ist, alle Akteure rund um das Projekt mitzunehmen: „Hier wird ein Ort für die Jugend entstehen, der in die Stadt und die Kirchengemeinden ausstrahlt“, so Neumann. „Stajupfa und Jugendkirche an einem Standort – da wird noch mal eine ganz neue Dynamik entstehen“, ist sich Neumann sicher. „Vor allem ist es ein Ort, der in die Zukunft gerichtet ist.“
Bisher war die Evangelische Jugendkirche in der Oranier-Gedächtnis-Kirche am Biebricher Rheinufer untergebracht, das Stadtjugendpfarramt an der Fritz-Kalle-Straße 40. „Dass wir künftig an einem Standort an der Heilig-Geist-Kirche sind, ist für uns eine riesige Chance“, sagt auch Dekanatsjugendreferent Denis Wöhrle. „Wir können die Jugendkirche häufiger und auch viel besser auch für kleine Formate nutzen.“
Wöhrle freut sich, dass sich die Dekanatssynode so deutlich für den neuen Ort ausgesprochen hat: „Das zeigt, wie wichtig der Synode die Jugendarbeit ist.“
Die Büros des Stajupfa werden ins ehemalige Pfarr- und Gemeindehaus (Am Kupferberg 2) ziehen. Die sogenannte Unterkirche, die Räume unter dem Kirchenraum, werden als Gruppen- und Probenräume genutzt. Mit allen Gruppen, die derzeit Räume an der Fritz-Kalle-Straße nutzen, wurde im Vorfeld gesprochen, darunter unter anderem der Evangelische Jugendring, der Gospelchor Xang und die Schwarzlichttheatergruppe. „Alle können sich den Umzug gut vorstellen“, so Wöhrle.
Schwieriger war der Prozess für die Martin-Luther-Gemeinde, die jetzt einen ihrer vier Kirchorte an das Stajupfa abgibt. Pfarrer Johannes Merkel: „Wir spüren bei den Menschen viel Abschiedsschmerz und auch Enttäuschung und Wut.“ Merkel betont aber auch, dass die Martin-Luther-Gemeinde nach den Bemessungszahlen der Landeskirche zu viele Räume habe: „Wir müssen, so wie andere Gemeinde auch, Räume abgeben und haben aktiv an der nun beschlossenen Lösung mitgearbeitet.“
Die Nutzung als Stajupfa und Jugendkirche sei ein großes Geschenk, findet Merkel. „Ich bin froh, dass wir hier weiterhin eine starke evangelische Präsenz haben, die sogar klar zukunftsorientiert ist!“ Dass die Martin-Luther-Gemeinde weiterhin ab und zu Gottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche feiern kann, ist bereits mit dem Stajupfa abgesprochen.
Für die gemeindlichen Gruppen und Kreise werden derzeit neue Standorte gesucht. „Manche werden zum Beispiel in der Johanneskirche in der Hauberrisserstraße unterkommen“, so Merkel. Er ist zuversichtlich, dass für alle gute Lösungen gefunden werden. „Wir lassen da niemanden hängen.“