Die Evangelische Kita Christophorus in Schierstein hat in den vergangenen Jahren ein Gartengrundstück hergerichtet und neu gestaltet, um es für Naturprojekte mit Kindern zu nutzen. Der „Zaubergarten“, wie das Gelände jetzt heißt, ist zu einem besonderen Lern- und Erfahrungsort geworden.
Einmal im Monat verbringt eine Kindergruppe einen Tag auf dem Grundstück in der Nähe des Schiersteiner Friedhofs. Dort sammeln die Kinder Naturerfahrungen, entdecken Pflanzen und Tiere, experimentieren und erleben Gemeinschaft außerhalb des klassischen Kita-Alltags.
Damit die Kinder möglichst selbstständig und naturnah Zeit im Garten verbringen können, wurde das Grundstück entsprechend ausgestattet: Es gibt eine Komposttoilette, zwei Bauwagen, Unterstellmöglichkeiten für Spielzeug, Tische und Stühle sowie Gartengeräte. Essen, Getränke und Wechselkleidung werden mit dem Bollerwagen von der Kita aus transportiert.
Allen Keil, stellvertretender Leiter der Kita Christophorus, ist von dem Projekt überzeugt: „Die Kinder können hier viel selbstbestimmter Dinge tun – sich ausprobieren, experimentieren und ins Tun kommen.“ Es sei wichtig, Kindern neben festen Strukturen in Innenräumen auch andere Erfahrungsräume anzubieten. Immer wieder entstünden neue Konstellationen zwischen den Kindern, der Zusammenhalt werde gestärkt und gerade Kinder, die im Alltag eher auffälliges Verhalten zeigten, fänden in der Natur oftmals besser zur Ruhe. Kinderpflegerin Catrin Walter: „Bewegung ist wichtig. Die Kinder können sich hier austoben und ungezwungen ausprobieren. Wir merken ihnen an, wie gut es tut.“
Das Pachtgrundstück gehört der Kirchengemeinde. Die Idee, es für die Kita zu nutzen, gibt es schon länger. Gemeinsam haben Pfarrer, Kirchenvorstand und Kita-Leitung ein tragfähiges Konzept entwickelt. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von der Natur- und Umweltpädagogin Andrea Bosse. Sie stand insbesondere dem pädagogischen Team zur Seite und begleitet bis heute regelmäßig Projektwochen im Garten.
Auch die Eltern engagierten sich von Beginn an und halfen tatkräftig bei der Gestaltung und Ausstattung des Grundstücks mit. Inzwischen erleben die Kita-Mitarbeitenden immer wieder, wie frei, ungezwungen und konzentriert die Kinder im Zaubergarten lernen und sich entwickeln. Gleichzeitig wachse bei den Kindern ein positives Bewusstsein für Natur und Umwelt. „Am Ende schützt man nur das, was man kennt“, sagt Kita-Leiterin Sarah Korn.
Für Sarah Korn steht fest: „Unser Zaubergarten ist wirklich ein großer Schatz für unsere Kita – und die Kinder.“